Ursprünglich handelte es sich um eine Kapelle, die sich in dirketer Nähe zur Burg befand und von den Herren Nothaft um 1340 erbaut worden war. Bereits 1438 wird Thierstein erstmals als Pfarrort erwähnt. Nach der Reformation 1517, vor allem nach demAmtsantritt von Markgraf Georg Friedrich 1557, wurden überall, so auch in Thierstein protestantische Kircheneingerichtet. So wurde die Kapelle 1558 zur ordentlichen Pfarrkirche erhoben. Das genaue Alter unserer Kircheselbst ist heute nicht mehr genau festzustellen. Der Baubefund midestens des Chores geht aber auf spätgotischeZeit zurück. Schwierige Zeiten hatte der Kirchenbau in den vergangenen Jahrhunderten bis in die jüngste Vergangenheitdurchzusteheh. So wurde die Kirche 1667 und 1725 zerstört. Die letzte Zerstörung fand am 20. April 1945 durch denBeschuß amerikanischer Artillerie statt. Dabei wurde die gesamte Inneneinrichtung vernichtet. Besonders ist dabei an den künstlerisch wertvollen Räntz - Kanzelaltar aus dem Jahre 1729 zu denken, von dem nur noch das Altarkruzifixgerettet werden konnte. (Elias Räntz, geboren 1649 in Regensburg, gestorben 1732 in Bayreuth) Im Jahre 1772baute der Forstmeister Nicol Paul Adam Seyler eine Loge an der Südseite der Kirche an. Der Turm selbst war bereits nach dem Marktbrand 1725 stark in Mitleidenschaft gezogen und dadurch so baufälliggeworden, dass er 1761 ganz abgetragen und 1762 neu aufgebaut werden mußte. Auch dieser Turm mit seinemschön gestalteten Turmhelm wurde 1945 durch Feuer gänzlich bis auf das Mauerwerk zerstört. Der totalenZerstörung der Kirche am 20. April 1945 ging voraus, dass man am 22./23. Januar 1942 die beiden großen Glockenfür Kriegszwecke vom Turm genommen hatte. Der erste Schritt des Wiederaufbaues nach dem Krieg war mit der Hebefeier am 25. August 1948 erreicht, währenddie Einweihung am 16. Oktober 1949 erfolgte. Die neue Inneneinrichtung wurde in schlichtem Holze voneinheimischen Schreinermeistern hergestellt. Der Taufstein aus Höchstädter Granit war ein Geschenk der Firma Förster. Ebenfalls konnte eine neue Orgel, vonder Firma Dietmann aus Lichtenfels hergestellt, installiert und am 11. Oktober 1953 eingeweiht werden. Der Turmvon 1762 erhielt 1957/58 wieder seinen lebhaft gegliederten Turmhelm. Auch befinden sich in dem Turm wieder wiefrüher drei Glocken aus den Jahren 1949 und 1951. Der Hochaltar bestand bis zu seiner Renovierung 1978 nur aus einem Provisorium aus Predella undGebälkaufsätzen, während das Mittelteil ungenutzt auf dem Dachboden lagerte. Der Altar selbst war ein Geschenkder Marktleuthener Pfarrgemeinde und stand von 1895 (Herstellungsjahr) bis 1935 in der dortigen Pfarrkirche. Dieneugestalteten Chorraumfenster (Entwurf Büder, München) wurden ebenfalls 1978 eingebaut und stellen die vierApostel dar. An der Südseite neben dem Altar steht ein Vortragskreuz, das bis auf den Metallkorpus noch von Räntz stammt. Das Fenster der Südseite stellt Licht und Finsternis und das Fenster in der Seyler´schen Loge dashimmlische Jerusalem dar.Evangelisch - lutherische Kirche "St. Michael" (früher "St. Georg") Thierstein